Tatjana Clasing ("Alles was zählt") ~ 23. März 2007

Foto-Galerie:
Tatjana Clasing im Grillo Theater

onruhr: Sie stehen derzeit in Köln vor der Kamera und spielen Simone Steinkamp bei "Alles was zählt" - Ist diese Rolle eine Traumrolle für Sie?
CLASING:
Es ist ein komplett anderes Gefühl als bei anderen Rollen, die ich gespielt habe. Die sind meistens nach einigen Wochen abgeschlossen. Aber mit dieser Rolle bzw. mit diesem Menschen beschäftige ich mich täglich, da ich ständig neue Drehbücher erhalte und es oft neue Wendungen meiner Figur gibt.

onruhr: Wie kann man sich die Zusammenarbeit in Köln-Ossendorf vorstellen?
CLASING:
Wir haben soviel Spaß, dass man manchmal sogar zur Ruhe ermahnt werden muss. Da es wirklich ein sehr großes Arbeitspensum ist, sodass man manchmal am Rande der Hysterie arbeiten muss und sich das dann einfach in Lachanfällen kundtut.

onruhr: Wie verbinden Sie dabei Ihr Leben in Essen und die Arbeit in Köln?
CLASING:
Es ist sehr anstrengend, aber ich habe Gott sei Dank ein Zimmer in Köln, sodass ich nicht ständig nach den Dreharbeiten nach Hause fahren muss. Aber eigentlich wäre es kein Problem dann abends mit dem Zug zu fahren, weil ich nach den Dreharbeiten sowieso aufgekratzt bin, allerdings würde ich morgens dann nicht pünktlich wieder nach Köln zurückkommen. Aber durch die Wohnung in Köln komme ich dann mehr zur Ruhe.

onruhr: Sie wurden in Hamburg geboren, haben dort ihre Schauspielausbildung gemacht, leben in Essen und arbeiten in Köln. Was hat Sie nach Essen gezogen?
CLASING:
Nach meiner Ausbildung habe ich angefangen Theater zu spielen. Zuerst habe ich viele Musicals gemacht und dann bin ich zum Festengagement ins Schauspiel Stuttgart gekommen. Der Intendant dort ist hier nach Essen gekommen und ich bin mitgegangen und im Pott hängen geblieben, weil ich diese Gegend einfach liebe.

onruhr: Was verbinden Sie mit der Stadt?
CLASING:
Ich verbinde mit Essen sehr viele warme, interessante Menschen. Ich bin sehr gerne in dieser Gegend, weil die Leute hier sehr tolerant und aufgeschlossen sind. Alles ist einfach sehr menschlich.



onruhr: Essen ist die Kulturhauptstadt 2010. Was fällt Ihnen spontan zu diesem Thema ein?
CLASING:
Großartig! Ich finde das hat die Stadt auf jeden Fall verdient. Was dort in letzter Zeit alles aufgebaut wurde und umstrukturiert wurde, das finde ich ganz toll.

onruhr: Haben Sie persönliche Lieblingsplätze?
CLASING:
Ja, meine Wohnung und meinen Garten. Aber auch das Grillo Theater, hier fühle ich mich sehr wohl. Das ist einfach mein künstlerisches Zuhause und deswegen finde ich es auch wunderbar immer wieder hierher zu kommen und zu spielen.

onruhr: Sie haben bereits viel Theater gespielt, u.a. in Essen, was ist der größte Unterschied zwischen Theater und Fernsehen?
CLASING:
Vor allem die unmittelbare Nähe zum Publikum. Ansonsten würde ich sagen, dass man beim Theater in einem Ensemble über eine längere Zeit arbeitet, das hat mir immer sehr gefallen. Bei "Alles was zählt" ist es aber erstmals genauso. Wir arbeiten dort über längere Zeit zusammen, deswegen fühle ich mich dort so wohl.

onruhr: Wir unterhalten uns gerade im Grillo Theater, spielen Sie bald wieder?
CLASING:
Ja. Das Stück was wir spielen werden wird gerade geschrieben. Ende April beginnen wir dann für sieben Wochen mit den Proben. 

onruhr: Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor?
CLASING:
Ich habe mir vorgenommen, mir gar nichts für die Zukunft vorzunehmen. Ich lasse einfach los und schaue was kommt oder nicht kommt und versuche mein Leben gut und gelassen genießen zu können.